Hexenkunst-Blog

22.12.2019 – Verschiedene Ebenen

Anläßlich des Samhainartikels in diesem Blog fragte ein aufmerksamer Leser warum rituelles Bannen bei Feen nicht funktioniert. Eine gute Frage. Da werde ich mich mal um eine gute Antwort bemühen. Die Aussage im vorigen Block war einfach aus der Erfahrung und Beobachtung heraus entstanden. Über das ‚warum‘ hatte ich mir gar keine Gedanken gemacht.

 

Also warum klappt das rituelle Bannen bei Feen und den meisten anderen Naturwesenheiten nicht? Es liegt daran, daß Bannungsrituale und Feen auf ganz verschiedenen Ebenen ihren Schwerpunkt setzen. Vielleicht wird das am Beispiel des kleinen bannenden Pentagrammrituals (im Folgenden abgekürzt als kbPR) deutlicher. Dieses Beispiel wurde nicht gewählt, weil das kbPR das beste Ritual zum Bannen wäre, sondern weil es das bekannteste ist.

 

Das Ritual bezieht vier verschiedene Ebenen mit ein: Die spirituelle Ebene in der Verbindung nach oben z.B. beim kabbalistischen Kreuz oder beim sechsstrahligen Stern; die mentale Ebene z.B. durch die Konzentration auf die Gottesnamen; die energetische Ebene z.B. durch das Ziehen der Pentagramme oder des Kreises und die physikalische Ebene durch die rituellen Handlungen. Da haben sich die Entwickler dieses Rituals also etwas dabei gedacht. Die Hauptwirkungsebene hängt vom Anwender ab. Wer den göttlichen Kontakt wirklich hat, erzeugt auf der spirituellen Ebene genügend Kraft um Wesenheiten zu vertreiben. Wenn der direkte Draht nach oben fehlt, ist die Hauptwirkungsebene des Rituals die mentale. Damit kann der Anwender dann seine eigenen und teilweise auch fremde Gedankenformen bannen.

 

Für Jemanden, der hauptsächlich auf der physikalischen Ebene wahrnimmt, wird dieses Ritual allerdings keine bannende Wirkung entfalten. Der sieht dann nur einen Magier, der mit den Armen wedelt, im Kreis läuft und seltsame Töne macht. Dieser physikalische Eindruck wird alle anderen Wirkungen des Rituals, wie z.B. weniger Gedanken oder eine energetische Beruhigung der Atmosphäre im Raum überlagern. Einen Menschen wird man mit einer rituellen Bannung also nur dann in die Flucht schlagen, wenn er aufgrund des seltsamen Verhaltens des Magiers einen psychotischen Schub in Erwägung zieht.

 

Nun stellt sich die Frage auf welchen Ebenen Feen bevorzugt wahrnehmen. Das kann man als Mensch natürlich nicht mit letzter Sicherheit sagen. Mein Verdacht ist, daß sie die physikalische Ebene sehr gut wahrnehmen können. Auf den spirituellen und geistigen Ebenen scheint sie ein Ritual wie das kbPR nicht sonderlich zu schocken. Wahrscheinlich können sie mit den Gottesnamen so wenig anfangen wie meine Katze, finden aber genau wie sie die durch das Ritual veränderte Atmosphäre recht angenehm.

 

Bliebe also nur noch die energetische Ebene, vermutlich die Hauptwahrnehmungsebene bei Feen. Da stehen sie dann im besten Fall vier flammenden Pentagrammen und einem Schutzkreis gegenüber. Im besten Fall deshalb, weil viele Magier gar nicht genügend Energie aufbringen um diesen Strukturen etwas längere Haltbarkeit zu verleihen. Erfahrungsgemäß sind Feen davon nicht allzu beeindruckt. Wahrscheinlich deshalb, weil sie auf der energetischen Ebene stärker sind als wir und so ein löchriger Schutzkreis, der schnell verblaßt, eher lächerlich als abschreckend ist.

 

Und wieso klappt Eisen bei der Feenvergrämung? Eisen wirkt hier auf der energetischen Ebene genauso wie sich ein paar Tage nicht duschen und kein Deo benutzen, wenn man in der Bahn alleine sitzen möchte. Funktioniert wirklich gut und viel unkomplizierter als jedes kbPR im Zugabteil. Ist halt nur ziemlich eklig.

So, dann wünsche ich uns allen ein paar schöne Festtage und das wir sie auch in vollen Zügen genießen können…


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