Hexenkunst-Blog

20.3.2016 - 'Warum hat mein Zauber für mich selbst nicht geklappt ?'

Viele meiner Klienten haben es zunächst selbst versucht für sich zu zaubern und sich erst nachdem das nicht funktioniert hatte an mich gewandt. Meine Antwort auf die Frage warum sie für sich selbst nicht zaubern konnten ist meist: man zaubert die ganze Zeit über für sich selbst. Allerdings leider oft nicht das was man bewußt möchte, sondern das was man entweder unbewußt will oder fürchtet. Die meist unbewußten Glaubenssätze und Blockaden, die einen in die Situation hineingeführt haben, die jetzt das magische Eingreifen nötig macht, sind nicht unbedingt hilfreich um aus dieser Situation wieder herauszukommen. Der erste Schritt wäre hier nicht Magie, sondern die Arbeit an seinen eigenen Glaubenssätzen und den seelischen Wunden der Vergangenheit. Die meisten Menschen schaffen diesen Schritt nicht allein, sondern benötigen zumindest einen kleinen Anstoß, der ihnen ihre psychischen Muster, die sie in diese Situation geführt haben, bewußt macht. Der Auftragsmagier kann hier den nüchternen Blich von außen auf die Situation werfen und solange er nicht die gleichen emotionalen Verstrickungen und Blockaden wie sein Klient hat, auch gut helfen.

Eine Erfahrung, die jeder Magier macht, ist daß man in einem glücklich entspannten Geisteszustand die besten Resultate erzielt. Man kann das gewünschte Ergebnis nach dem Ritual gut loslassen, so daß es sich mühelos im Außen verwirklicht. Die meisten meiner Klienten sind aber so ziemlich das Gegenteil von glücklich und entspannt, wenn sie zu mir kommen. Wenn man emotional angespannt ist, wird es sehr schwer magisch positive Resultate zu erzielen. Die destruktiven Sachen (z.B. Flüche) klappen mit viel Emotion und verzweifeltem Wollen oft erstaunlich gut, aber wenn es darum geht etwas Positives zu manifestieren scheitert man damit.  Einen meditationserfahrenen Menschen zeichnet es aus, daß er seine Ruhe und seinen inneren Frieden deutlich länger aufrecht erhalten kann als andere Menschen, aber auch das hat Grenzen. Wenn diese Grenzen erreicht sind, dann sind auch erfahrene und sonst wirklich gute Magier auf die Hilfe von anderen angewiesen.

Eine weitere Beobachtung, die ich immer wieder mache ist, daß Magie als Ausrede für Untätigkeit herhalten muß. Man zaubert für seine Angelegenheit, tut aber auf der weltlichen Ebene nichts, weil man hofft die Magie werde es schon richten. So kann die Sache nicht funktionieren, auch deshalb, weil mit dieser Geisteshaltung (‚ich will ja eigentlich gar nichts tun…‘) die Magie schon zum Scheitern verurteilt ist. Nach der magischen Arbeit sollte immer die weltliche Tätigkeit kommen, mit der man die Chancen, die magisch geschaffen wurden auch konsequent für sich nutzt. Dazu ist eine innere Haltung der ständigen Wachsamkeit nötig, die oft mit der Erfolsgewißheit und Gelassenheit, die nach einem magischen Ritual herrschen sollten kollidiert. Es fällt leichter, wenn man sich die Sache aufteilt: der eine zaubert, der andere konzentriert sich auf die weltlichen Handlungen.

Nach einem magischen Ritual ist nicht Verbissenheit gefragt, sondern flexibles Nutzen aller Möglichkeiten, die sich danach im Alltag bieten. Man sollte alle Vorstellungen darüber wie sich das gewünschte Ergebnis manifestieren soll loslassen und sich seine Offenheit bewahren. Die meisten Klienten brauchen deshalb nach einem Ritual Beratung um sich diese Geisteshaltung bewahren zu können. Und auch wenn es paradox klingt: eine gewisse Gleichmut gegenüber dem Erfolg oder Nichterfolg der Zauberei ist letztendlich sehr hilfreich für den Erfolg. Außerdem braucht man die Gewißheit, daß Magie funktioniert. Diese ergibt sich aber erst nach einer längeren erfolgreichen Praxis. 


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