Hexenkunst-Blog

2.8.2015 – Wieso ‚Naturmagie‘ ?

Magische Arbeit findet nicht im luftleeren Raum statt. Dies ist eine Erkenntnis, die sich gerade westlichen Ritualmagiern oft erst nach vielen Jahren der Praxis erschließt. Der Magier ist eingebunden in seinen Körper, sein soziales Umfeld und die Landschaft, in der er lebt. In der klassischen Ritualmagie versucht man meist, dies alles zu ignorieren. Man stellt sich in seinen Schutzkreis, bannt alle äußeren Einflüsse und wirkt seine Magie in der kleinem isolierten Blase, die man sich durch das Ritual geschaffen hat. Danach wundert man sich, warum die magischen Ergebnisse, besonders wenn sie auf der materiellen Ebene eintreten sollen, eher durchwachsen sind.

Diese Vorgehens- und Denkweise resultiert noch aus einer Zeit, als das Irdische grundsätzlich geringer geschätzt wurde als das Himmlische, der Körper weniger wert war als der Geist und alles Materielle eher suspekt war. Der Magier stellte sich selbst in den Mittelpunkt und versuchte alles zu kontrollieren. Letztendlich verschwendet man dabei viel Kraft auf das Bannen der Außeneinflüsse und auf eine Kontrolle, die am Ende sowieso illusorisch ist.

Wenn man mit seiner Magie materielle Resultate hervorbringen will, ist es klüger, mit den umgebenden Kräften bewußt zu arbeiten. Für den Körper, astrologische Einflüsse und das soziale Umfeld ist das leicht zu erkennen, aber auch die uns umgebende Landschaft hat gravierenden Einfluß. So gibt es Gebiete, die sich wunderbar für Ahnenarbeiten anbieten und andere, in denen man neue Projekte magisch leichter anstoßen kann als anderswo. Es gibt Plätze, an denen es leichter fällt, mit der Anderswelt Kontakt aufzunehmen und Orte, die körperlichen Heilvorgängen sehr förderlich sind.

Bei diesen Plätzen muß es sich keineswegs um allseits bekannte Kraftorte handeln. Oft lassen sich ähnlich gut für die magische Arbeit geeignete Orte vor der eigenen Haustür finden, wenn man weiß, wonach man suchen muß. Und natürlich kann man nicht nur in unberührter Natur arbeiten, sondern auch in der Stadt. Allerdings sind die störenden Einflüsse dort größer und die Arbeit gestaltet sich wesentlich schwieriger.

Während es in der klassischen Ritualmagie oft zu einer Kraftprobe zwischen dem Willen des Magiers und der Materie kommt, gibt man in der Naturmagie nur einen kleinen Anstoß, der dann einen Prozeß des Wandels und der Erneuerung einläutet. Man braucht viel Erfahrung, um zu sehen, wo es am vielversprechendsten ist, den Anstoß zu geben, so daß man auch mit wenig Krafteinsatz etwas bewirken kann. Eine kleine, gut getimte Aktion, die spezifisch auf die jeweilige Situation zugeschnitten ist, löst wenig Widerstand in der Umgebung aus und setzt einen Ausgleichsprozeß in Gang, der auch verfahrene Situationen wieder ins Lot bringt.

Die Naturmagie stellt den Magier nicht mehr in den Mittelpunkt, sondern die Ergebnisse entwickeln sich aus der Kooperation mit anderen Wesen und Kräften. Magie gedeiht, genau wie viele andere Dinge auch, nicht in einem Klima von Feindschaft und Kontrolle. Gegenseitige Kooperation, Dankbarkeit und Respekt sind Grundvoraussetzungen für diese Art von Magie. Dazu gehört auch, daß der Magier den Plätzen und Wesen, mit denen er arbeitet etwas zurück gibt. Er sollte immer bereit sein für sie etwas zu tun, nicht nur an so hohen Feiertagen wie heute…


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