Hexenkunst-Blog

30.04.2026 – 3 moderne Denkfehler

Auch in esoterischen Kreisen ist man nicht davor gefeit einige Denkfehler aus dem Mainstream zu übernehmen. Drei sind mir in letzter Zeit besonders aufgefallen, weil sie den spirituellen und magischen Fortschritt doch erheblich ausbremsen, wenn nicht gar unmöglich machen. Also höchste Zeit einmal darüber zu schreiben, bevor wir heute Nacht alle ums Feuer tanzen.

 

Der erste Denkfehler ist die neoplatonische Idee, daß das Geistige höher oder edler ist als das Materielle. Diese idealistische Philosophie verfolgt uns jetzt seit fast 2000 Jahren, ist aber immer noch ‚modern‘. Man versucht aufzusteigen in höhere Sphären und sucht dort ideale Welten, während man das sinnliche Irdische ablehnt. Manchmal geht man sogar so weit, daß man glaubt den göttlichen Teil der Seele aus diesem irdischen Jammertal befreien zu müssen. Selbst Leute, die von sich sagen, daß sie christliche Ideen völlig hinter sich gelassen haben, fallen noch darauf herein. Letztendlich trennt man sich damit aber nur von seinen Wurzeln und seiner eigenen Kraft ab. Was den Menschen ausmacht ist eben beides: das Geistige und das Körperliche. Eines von beidem abzulehnen auf Kosten des anderen bringt niemanden weiter. Es geht vielmehr darum Beides gleichwertig zu behandeln und mindestes genauso oft nach ‚unten‘ zu reisen, wie nach oben. Nur wer mit der Unterwelt, der Natur und seinem Körper seinen Frieden gemacht hat, kann auch ‚aufsteigen‘, ohne dabei abgehoben oder spinnert zu werden.

 

Dabei geht es nicht nur ums Spirituelle, auch die magische Kraft benötigt die Verbindung zur Erde, zur Materie und zum eigenen Unbewußten, um wirksam sein zu können. Und damit sind wir dann schon beim zweiten Denkfehler: Der magisch wirksame Teil am Menschen ist nicht sein Wille. Die Idealisierung des menschlichen Willens geht natürlich auch mit dem ersten Denkfehler einher. Aus dem Willen hat man in unserer modernen Zivilisation einen Fetisch gemacht, dabei ist noch nicht einmal klar, ob wir überhaupt einen freien Willen haben (siehe dazu auch den Blogartikel vom 01.11.2023 im Archiv). Ich bezweifle stark, daß es unser Wille ist, der irdische materielle Resultate manifestiert. Wir Menschen sind auf vielen Gebieten recht brillante Kreaturen, die alle möglichen Dinge und Technologien sich vorstellen und damit ins Dasein träumen können, aber das hat mit dem Willen eher weniger zu tun.

 

Der dritte Denkfehler entsteht zum Teil auch daraus, daß wir recht brillante Kreaturen sind, aber vor allem daraus, daß wir uns vom Rest der Welt und den tieferen Kräften der Natur so stark entfremdet haben. Das führt dann dazu, daß sich der Mensch als Mittelpunkt des Universums ansieht. Wir stellen uns über die Tiere und Pflanzen, aber auch über viele feinstoffliche Wesenheiten und fühlen uns als Krone der Schöpfung. Die Folgen dieses Denkfehlers kann man sich in der Zerstörung der Natur und damit letztlich auch unserer eigenen Lebensgrundlage anschauen. Dem Menschen wird dabei eine spirituelle Autorität zugeschrieben, die er einfach nicht hat. Das anthropozentrische Weltbild wirkt von außen betrachtet geradezu lächerlich. Zumindest wurde mir das schon von einigen feinstofflichen Wesenheiten so gespiegelt…

 

In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Tanz in den Mai.  


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