Hexenkunst-Blog

1.11.2019 – Feen

Im letzten Jahr zu Samhain gab es an dieser Stelle einen Artikel über Geister. Dieses Jahr soll es um andere Wesenheiten gehen, die Spukphänomene auslösen können.

 

An erster Stelle stehen hier die Naturwesenheiten. Das mag viele überraschen, denn in unserer Kultur gelten Feen und Zwerge eher als niedlich. Das liegt aber nur daran, weil die meisten Menschen sie nicht sehen können und noch nie mit ihnen Kontakt hatten. Wer sich unter Feen schlanke Wesen mit riesigen Brüsten, langen Beinen und Flügeln vorstellt, ist jedenfalls auf eine viktorianische Männerphantasie hereingefallen.

 

Feen und Zwerge können ausgesprochen ungemütlich werden, wenn sie ihr Territorium bedroht sehen. Ein Feenplatz, der im Wald mühelos als Kraftort durchgeht, bringt im eigenen Garten überhaupt keine Freude. Nun ist es sicher nicht die Schuld der Feen, wenn Neubaugebiete an den unmöglichsten Stellen ausgewiesen werden. Aber als ahnungsloser Hauskäufer ist man da schnell überfordert. Die ersten Anzeichen sind meist eine aufgeregte und ‚feindliche‘ Stimmung im Haus. Es kann zu seltsamen Unfällen und Krankheiten kommen. Oft wird nicht nur versucht die Menschen aus dem eigenen Revier zu vertreiben, sondern auch das Haus zu zerstören. Ich habe in diesem Zusammenhang schon Fälle erlebt, wo die Feen durch die Zusammenarbeit mit einem Hausschwamm (auch ein an sich harmloser Waldbewohner, der nur im Holzständerwerk eines Hauses eindeutig fehl am Platz ist) recht erfolgreich waren.

 

Was kann man tun? Nun am einfachsten: keine Häuser im Feengebiert bauen oder beziehen. Wenn man es zu spät bemerkt und der Kauf nicht mehr rückgängig zu machen ist, kann man es mit Kommunikation und Friedensangeboten versuchen. Das kann klappen, muß es aber nicht. Nicht mit allen Feen ist überhaupt eine Kommunikation möglich. Vermutlich hängt die Fähigkeit (und der Wille!) zur Kommunikation davon ab welche Erfahrungen bisher mit Menschen gemacht wurden.

 

Wenn es zur Kommunikation kommt und Absprachen getroffen werden, dann sollte man diese Vereinbarungen peinlich genau einhalten. Vertragsbrüchigen und Lügnern geben Naturwesenheiten normalerweise keine zweite Chance. Da sie deutlich länger leben als Menschen, erwarten sie, daß auch die Nachkommen die Vereinbarungen einhalten.

 

Friedensangebote in Form von Honig, Nüssen oder Obststückchen werden meist freundlich angenommen. Allerdings heißt das nicht automatisch, daß dadurch die Spukphänomene nachlassen. Durch solche Geschenke erreicht man im besten Fall, daß gefährliche Feindseligkeit in praktische Witze übergeht. Es tun sich dann immer noch Löcher im Garten auf und man fällt über Gegenstände, die vorher nicht dastanden. Aber es ist von den Feen eher lustig gemeint. Alkohol sollte man auf keinen Fall geben, dadurch drehen Naturwesenheiten oft erst richtig auf. Salz wird als Beleidigung empfunden.

 

Die einfachste Möglichkeit sein Haus für Feen unattraktiv zu gestalten ist Eisen. Traditionell hat man dafür Hufeisen verwendet, die über Türen und Fenster gehängt wurden. Das ist auch heute noch die am besten geeignete Form von Eisen. Moderne Legierungen mir Chrom, Nickel und Molybdän sind seltsamerweise nicht so abschreckend für Feen. Wobei auch Eisen keine 100% Lösung ist um Feen fernzuhalten.

 

Wie man aus dem Vorstehenden sieht, gibt es bei Spukphänomenen durch Naturwesenheiten keine Patentlösung. In jedem Einzelfall muß man die jeweils beste Lösung finden. Wer mir jetzt mit so großartigen Ideen wie ‚rituelles Bannen‘ kommt, der möge es einfach mal versuchen. Viel Glück. In diesem Sinne: ‚Happy Halloween‘.


Anrufen

E-Mail