Hexenkunst-Blog

1.11.2020 – Teuflische Besessenheit

Es ist mal wieder soweit: Samhain naht und ein reißerischer Blogartikel muß her. Einige Anfragen in den vergangenen Monaten waren so inspirierend, daß es höchste Zeit wird über teuflische Besessenheit auch einmal hier zu schreiben. Aber während die letzten beiden Samhainartikel über Geister und Feen noch wirklich vorhandene Protagonisten hatten, wird es diesmal deutlich schwieriger. Der Teufel ist eher ein christliches Dogma als eine real existierende Wesenheit.

 

Beginnen wir am besten mit einer Abgrenzung zu christlichen Phantasien über das absolute Böse und Hollywood Filmen in denen wohlerzogene Mädchen plötzlich geifernd obszöne Dinge sagen. Seufzer – alles Blödsinn - so ist es definitiv nicht.

 

Weitaus schwieriger wird es mit der Abgrenzung zu Geisteskrankheiten. Fakt ist aber: wenn sich jemand so verhält wie Besessene in Hollywoodfilmen, dann ist es mit einem Exorzismus definitiv nicht getan. Als Unterstützung bei der Therapie kann er aber durchaus eine Option sein.

 

Also gibt es keine Besessenheit? Doch, aber mit dem Teufel hat es nichts zu tun. Außerdem würde ich eher von unterschiedlichen Graden der Beeinflussung als von Besessenheit sprechen. Es gibt Wesenheiten, die sich von der Energie menschlicher Emotionen ‚ernähren‘. Welche Emotionen sie bevorzugen ist unterschiedlich. Sobald es sich um die Emotionen Angst und Wut handelt, wird es gefährlich, denn diese Wesenheiten tun alles um ihre bevorzugten Emotionen bei ihrem Wirt und den Menschen in seiner Umgebung hervorzurufen. Meist indem sie die Emotionen ihres Wirtes manipulieren und ihn so zu entsprechendem Verhalten animieren. Hinterher hört man dann Aussagen wie ‚ich weiß gar nicht was in mich gefahren ist‘.

 

Diese Wesenheiten sind genauso wenig ‚böse‘ wie Hyänen oder Cholerabakterien. Wir stehen nur leider auf ihrem Speiseplan und deshalb sind sie für uns gefährlich. Die Religion ihres Wirtes oder religiöse Symbole interessieren sie bei der Nahrungssuche nicht - noch eine Gemeinsamkeit mit Hyänen und Cholerabakterien.

 

Die Auswirkungen auf das Verhalten des Wirtes sind deutlich weniger spektakulär als in Hollywoodfilmen, können aber für Familien trotzdem zerstörerisch sein. Meist sind die geistigen Fähigkeiten des Wirtes nicht beeinträchtigt. Er ist sich also seiner Handlungen bewußt und kann vernünftig abwägen was er sagt und tut. Zumindest solange kein Alkohol im Spiel ist. Die emotionalen Veränderungen sind eher subtil, aber für jemanden, der den Wirt gut kennt trotzdem klar erkennbar. Bezeichnender weise ist der Wirt immer der Letzte, der eine Veränderung seines Wesens bemerkt.

 

Was man zur Behandlung der Besessenheit tun kann (und sollte!) hängt stark von der Art der Wesenheit und den Umständen ihres Wirtes ab. Manchmal ist die beeinflussende Wesenheit ein Verstorbener, der durch den Energievampirismus versucht sich weiterhin auf dieser Ebene zu halten. Aber meistens handelt es sich um nichtmenschliche Wesenheiten, von denen man die intelligenteren und aggressiveren durchaus als Dämonen bezeichnen könnte.

 

Wer jetzt leuchtende Augen bekommt und doch noch auf einen filmreifen Exorzismus a la Pater Merrin hofft, dem sei gesagt: ich mache so etwas nur als Fernbehandlung. Das ist für alle Beteiligten sicherer. 


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